Werkstattgespräche
Werkstattgespräch zum Thema: Wer hält uns zusammen? Das gepflegte Desinteresse an der Bürgergesellschaft
am Mittwoch, den 27. Mai 2009,
19.00 bis 21.00 Uhr
im Forum Gestaltung
Brandenburger Str. 10, 39104 Magdeburg
mit Björn Engholm, Lübeck
Ministerpräsident a.D.
Ehemaliger Parteivorsitzender der SPD
Dr. Rüdiger Fikentscher, Halle/S.
Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt
und André Bücker, Dessau
ab Spielzeit 2009/2010 Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau
moderiert von Prälat Stephan Dorgerloh, Wittenberg
Beauftragter des Rates der EKD
In der DDR organisierte die SED die Gesellschaft. Eine mündige Bürgergesellschaft gab es nicht. Privates Engagement äußerte sich in Nischen oder unter dem Dach der Kirchen. Mit der friedlichen Revolution vor 20 Jahren ändern sich die Verhältnisse. Aber letztlich waren es zu wenige die bereit waren sich in Initiativen und an runden Tischen, in Parteien und Kommissionen zu engagieren. Nun existiert der vormundschaftliche Staat nicht mehr. Aber wer nimmt die Geschicke der Gesellschaft in die Hand? „Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen“ sagt Max Frisch. Wer mischt in Ostdeutschland mit?
Engagement braucht Rahmenbedingungen. Was brauchen wir in Ostdeutschland, um das noch schlafende Potenzial zu wecken?
Parteien sind eine Form bürgerschaftlichen Engagements. Wie sollen sich Parteien entwickeln, um attraktiver für das Engagement von Bürgerinnen und Bürger zu werden?
Veranstalter ist die Politikwerkstatt Sachsen-Anhalt mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen-Anhalt. An der Abendveranstaltung in Magdeburg nahmen rund 90 Gäste teil.
Erfolgreicher Auftakt bei Q-Cells
Am 29. Januar 2008 fand die Auftaktveranstaltung der Politikwerkstatt Sachsen-Anhalt statt. Ganz im Sinne eine hochwertige Veranstaltung mit Vernetzungscharakter zu bieten, luden wir zum Thema: „Innovations-cluster in Sachsen-Anhalt – Effekte auf den regionalen Arbeitsmarkt“ zu „Q-Cells“, Europas größtem Solarzellenhersteller, nach Thalheim ein. Am Praxisbeispiel „Q-Cells“ konnten die Teilnehmer am besten nachvollziehen, wie durch eine gute Clusterpolitik, also der Bündelung von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, nachhaltig neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Gesprächspeartner waren Marko Mühlstein, MdB und Prof. Dr. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut Dresden.
Die 20 Teilnehmer erhielten dabei zunächst einen Einblick in die Solarzellenproduktion. Wobei es für Jeden faszinierend war mitzuverfolgen, wie aus einem Block Silizium, in mehreren innovativen Verfahrensschritten schließlich eine leistungsstarke Solarzelle entsteht.
In der nachfolgenden Diskussionsrunde, die von Marko Mühlstein, MdB moderiert wurde, stand anschließend die Frage im Mittelpunkt, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Clusterentwicklung, wie in Thalheim notwendig sind. Als Gesprächspartner standen uns hierbei Stefan Dietrich, Pressesprecher Q-Cells, Dr. Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer am Ifo-Institut in Dresden, sowie Dr. Ebert vom Fraunhofer Institut in Halle zur Seite.
Im Verlauf der Debatte verwies zunächst Herr Dietrich auf die lange industrielle Tradition in der Region und die damit reichlich vorhandenen gut ausgebildeten Arbeitskräfte, als absoluten Standortvorteil. Auch half eine maßgeschneiderte Landes- und Kommunalpolitik dabei, dass sich das 1999 mit vier Personen gegründete Unter-nehmen bis heute zu einem 1700 Personen Hightech Schwergewicht entwickeln konnte.
Daneben stellt die enge Kooperation zwischen „Q-Cells“, der Martin-Luther-Universität und dem Frauenhofer-Institut in Halle ein wichtigen Entwicklungsfaktor dar, wie Dr. Ebert erläuterte. So unterstützt sein Institut „Q-Cells“ insbesondere bei der Forschung und Entwicklung, im Bereich der Werkstoffmechanik.
Diese Thesen konnte Herr Dr. Ragnitz auch aus seiner wirtschafts-wissenschaftlichen Perspektive unterstützen und wies zudem auf die Bedeutung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen hin, die in Thalheim durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen aus der Branche hervorragend ausgestaltet sind. Jedoch machte zusätzlich darauf Aufmerksam, dass die Bildung dieses Innovationscluster auch mit etwas Glück verbunden war.
Werkstattgespräche
Das Werkstattgespräch bietet kontroverse Diskussionen zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu konkreten Themen mit großem inhaltlichem Tiefgang.
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