„Der Wert der Arbeit“ beim 1. Gommeraner Burg-Gespräch

Junkermann, Lindner und Gutmann (v.l.) im Gespräch

Junkermann, Lindner und Gutmann (v.l.) im Gespräch (Foto: Sebastian Siebert)

Die Frage, was Arbeit eigentlich ist, beantworten Ökonomen anders als Soziologen und die anders als Philosophen. Die meisten Menschen verstehen unter „Arbeit“: den Beruf, die Tätigkeit, mit der wir unser Geld verdienen. Das traditionelle Bild gerät seit längerer Zeit aber ins Wanken.

In etwa diesem breiten Themenhorizont diskutierten am 10. April 2014 rund 30 Gäste beim 1. Gommeraner Burg-Gespräch gemeinsam mit der Landesbischöfin Ilse Junkermann und dem Arbeitgeberpräsidenten Klemens Gutmann. Moderiert wurde der Abend vom Vorsitzenden der Politikwerkstatt Oliver Lindner.

Die Landesbischöfin Ilse Junkermann zitierte zu Beginn eine Bibelgeschichte, wonach ein Weinbauer Tagelöhnern die selbe Entlohnung gab, egal ob sie zu Beginn oder zum Ende des langen Arbeitstages für ihn verrichteten. Sie kam zu dem Schluss, dass der Wert der Arbeit sich vor allem daran zu messen habe, wieviel man zum eigenen und zum Familienunterhalt benötige. Dieser etwas abstrakten Vorstellung konterte Klemens Gutmann zu Beginn, dass die geplante Mindestlohn-Regelung ehr Arbeitsplätze vernichten werden, anstatt neue zu  schaffen. Gerade in Gebieten, in denen wenig Arbeit angeboten werde.

Die weitere Diskussion konzentrierte sich dann aber auf Themen jenseits des Mindestlohns. Es wurde vor allem über die Definition von Arbeit diskutiert und dass auch gesellschaftlich wichtige Arbeit bezahlt werden muss. Auch das Thema der ungleichen Bezahlung führte bei den Gästen zur regen Diskussion. Der Arbeitgeberpräsident betonte, dass der Unternehmer nicht die Arbeit „bewerten“ kann, so etwas geschehe nach den Regeln des Marktes. Er schob am Schluss jedoch nach, dass Unternehmer die Arbeit im Betrieb mehr „würdigen“ können, auch wenn sie nicht der Arbeit die „Würde“ geben könnten.

Ilse Junkermann betonte, wie wichtig es sei, dass gerade die soziale Arbeit die nötige Anerkennung und auch Bezahlung zu kommen muss. Sie wies darauf hin, dass Pflegedienste in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger werden. Sie forderte: Der Dienst am Menschen muss uns mehr Wert sein, als es heute der Fall ist.

Die kurzweilige Diskussion fand nach gut zwei Stunden ein Ende. Anschließend diskutierten die Gäste noch bei einem Imbiss angeregt weiter. Die Organisatoren waren sich hinterher einig, dass die Reihe fortgesetzt werden soll.

 

Es diskutierten am 10. April 2014:

Moderation:

Oliver LindnerOliver Lindner, Biederitz
Vorsitzender
Politikwerkstatt Sachsen-Anhalt e.V.

Im Gespräch mit

Ilse JunkermannIlse Junkermann, Magdeburg
Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland

Klemens GutmannKlemens Gutmann, Magdeburg
Geschäftsführer regiocom GmbH
Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt (AWSA e.V.)

 

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